Universität Münster

Das Team der Universität Münster wird von Prof. Doris Fuchs geleitet. Doris Fuchs ist seit 2008 Professorin für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Politik am Institut für Politikwissenschaft. Sie hat bereits in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu Nachhaltigkeit, Energie- und Umweltpolitik gearbeitet bzw. diese geleitet. An der Entwicklung der Projektidee zu »KomMA-P | Akzeptanz der Energiewende stärken« war sie maßgeblich beteiligt. Neben Doris Fuchs arbeiten auch Antonia Graf und Tobias Gumbert für die Universität Münster im Forschungsprojekt mit.

Für KomMA-P erforscht das Team aus Münster die Zusammenhänge zwischen Teilhabe und Akzeptanz vor dem Hintergrund der Energiewende. Mit Energiewende meinen sie die Hinwendung zur Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen vor dem Hintergrund des Atomausstiegs und unter den Bedingungen einer globalisierten Welt mit komplexen Wechselwirkungen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Teilhabemöglichkeiten an der Energiewende im urbanen Raum. Um die Frage zu beantworten, wie man Teilhabe an der Energiewende dort gestalten kann, werden mehrere Studien durchgeführt:

Zum einen gibt es den moderierten Austausch mit Menschen, für die das Thema Energiewende und die Teilhabe daran besonders wichtig sind. In diesen so genannten Stakeholder-Dialogen sprechen die ForscherInnen aus Münster mit VertreterInnen von Stadtwerken, Gemeinden, Städten, NGOs und mit anderen WissenschaftlerInnen darüber, welchen Bedarf an Teilhabe an der Energiewende diese haben bzw. welche Potenziale sie dafür sehen und bieten. Dadurch sollen die Präferenzen zentraler Interessengruppen in den Planungsprozess und die Erkenntnisgewinnung einbezogen werden.

Außerdem gibt es eine Befragung von KundInnen der Stadtwerke in Münster und Dortmund. Die ForscherInnen wollen herausfinden, welche Teilhabeformen sich die KundInnen wünschen, wie viel Zeit und Geld sie bereit wären dafür zu investieren und welche positiven und negativen Erfahrungen mit Teilhabe sie bereits gemacht haben.

Eine Diskursanalyse soll schließlich zeigen, wie das Thema Teilhabe an der Energiewende in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Dazu wird eine Auswahl von Medien und Dokumenten ausgewertet. Ziel ist es, mit dieser Analyse die Ergebnisse der Befragung und der Stakeholder-Dialoge zu ergänzen, um ein ganzheitlicheres Bild über die Energiewende im Hinblick auf die Entwicklung von Szenarien zu erhalten.

1 Comment
  • Dr. Illo-Frank Primus
    Februar 11, 2015

    Die Akzeptanz jeden Bürgers und in Summe der Mehrheit der Bürger ist
    m.E. eine der wichtigsten Einflussgrößen auf und Voraussetzung für ein Gelingen der Energiewende.
    So frage ich mich. wohin die Akzeptanz treiben kann, wenn der staatliche Preis-Anteil an der kWh Wärmepumpenstrom bei 68% liegt, während er beim Heizen mit Erdgas 48%, beim Heizöl gar nur 23% beträgt. Auch bei 1,4 Mio Speicherheizunen liegt der staatliche Preis-Anteil über 60%. Diese Bevölkerunsgruppe finanziert die Enegiewende also um ein Vielfaches gegenüber anderen Stromnutzern), obwohl sie als nicht zu investierende, weil vorhandene System-Speicher von großem Nutzen sein können.
    Wohin treibt die Akzeptanz, wenn beim WEA-Repowering auf den vorhandenen Standorten plötzlich wesentlich höhere Windkraft-Türme (größere Flügel, stärkere Geräusche) enstehen. Wie sieht es mit der Akzeptanz von Übertragungsnetzen aus, wenn die PV-Leistung, die nur in Süddeutschland
    sinnvoll expandieren kann, bis 2050 um das 5-fache der heutigen Leistung anwächst und somit auch in die Mitte und den Norden Deutschlands transportiert werden muss? Wie mit den nötigen Wärmedämmmassnahmen, wenn die Emissionseinsparungen und Energieeffizienzen im Gebäudebestand besser/Schneller/kostengünstiger mit Wärmepumpenheizanlagen zu realisieren sind?

    Illo-Frank Primus

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