Fraunhofer-Institute veröffentlichen Studie zum Energieaustausch zwischen Europa und Nordafrika

Im Projekt “Supergrid” haben fünf Fraunhofer-Institute gemeinsam erforscht, wie ein Strom- und Verteilernetz erneuerbarer Energien zwischen Nordafrika und Europa aussehen könnte.

Die Institute haben verschiedene Szenarien für erneuerbare Energien in der MENA-Region entworfen, Technologien verglichen und Regulierungsmechanismen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen,dass der steigende Strombedarf in Nordafrika bereits 2050 mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte. Wichtigste Voraussetzung dafür wäre eine Anpassung der regulativen Rahmenbedingungen sowie die Liberalisierung der Strommärkte.

Die ausführliche Studie des Projekts „Supergrid“ gibt es auf der Website des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Energiewende-Ausstellung reist um die Welt

Eine vom Auswärtigen Amt gestaltete Wanderausstellung informiert über das Thema Energiewende und lädt zum Dialog über eine nachhaltigere Energieversorgung weltweit ein. In den kommenden Wochen soll sie an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt zu sehen sein.

Deutschland ist mit der Entscheidung, erneuerbare Energien auszubauen und aus der Kernenergie auszusteigen, ein weltweit beachteter Vorreiter. Viele Länder verfolgen die deutsche Energiepolitik mit großem Interesse. Mit einer Wanderausstellung zum Thema Energiewende erklärt das Auswärtige Amt die Umsetzung und die politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Energiewende in Deutschland.

Erste Station war die chinesische Hauptstadt Peking. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnete die Ausstellung am 8. April 2016 an der University of International Business and Economics. An 22 Stationen konnten sich die Besucherinnen und Besucher über die verschiedenen Aspekte der Energiewende und die Meilensteine der Energiepolitik seit der Ölkrise der 1970er-Jahre informieren.

Im Anschluss wird die Ausstellung nach Belgrad weiterreisen, weitere Stationen sind zudem Kapstadt und San Francisco.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Website des Auswärtigen Amtes

Berliner ENERGIETAGE 2016

11. bis 13. April 2016

Auch 2016 laden die ENERGIETAGE in Berlin zum Informieren und Diskutieren über die Themen Energiewende, Energieeffizienz und Klimaschutz ein.

50 Fachveranstaltungen mit rund 300 Referentinnen und Referenten richten sich an Entscheider aus Politik, Verwaltung, Verbänden, an Experten aus der Energie- und Wohnungswirtschaft oder öffentliche Einrichtungen sowie an Architekten, Ingenieure und Consultants.

Nähere Infos zur Veranstaltung gibt es unter www.energietage.de

„Die Akteursvielfalt ist entscheidend für den Ausbau der Erneuerbaren“

Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sagte auf der „E-World energy & water, dass der bisherige Ausbau der erneuerbaren Energien maßgeblich auf dem Engagement einer Vielzahl von Personen, Unternehmen und Verbände basiere. „Insbesondere Bürgerenergiegesellschaften haben durch ihre meist lokale Verankerung die Akzeptanz des Ausbaus erneuerbarer Energien gesteigert“, so Baake. „Wir brauchen sie auch in der nächsten Phase der Energiewende.“ Baake will deshalb die Ausschreibungen für Fördergelder für Windenergieanlagen in Zukunft für lokal verankerte Bürgerenergiegesellschaften einfacher machen.

Mehr Infos zum Thema gibt es im aktuellen Newsletter „Energiewende direkt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Energieflussvisualisierung: „Der Einsatz lohnt sich“

Vor einem Jahr startete KomMA-P gemeinsam mit der Energiewende GmbH aus Nürnberg die Energieflussvisualisierung: Über ein Internettool können die Bewohner der bayerischen Stadt Wunsiedel seither live verfolgen, wann im Ortsteil Schönbrunn wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird. Dadurch sollen sie die Energiewende vor Ort besser verstehen und sich daran beteiligt fühlen. Ob dieses Ziel erreicht wurde und wie das Projekt Energieflussvisualisierung weitergeht, erzählt Anne Haug, Mitarbeiterin der Energiewende GmbH.

Anne Haug (Energiewende GmbH Nürnberg)

Anne Haug (Energiewende GmbH Nürnberg)

Frau Haug, vor einem Jahr ist das Online-Portal zur Energieflussvisualisierung gestartet. Erzählen Sie doch noch mal kurz, was die Idee dahinter war.

Anne Haug: Die Idee war, die dezentrale Energiewende, ihre technischen Zusammenhänge, ihre Herausforderungen und Vorteile einem breiten Publikum zu erklären. Einem Publikum, welches über keinerlei Expertenwissen verfügt. Wir betrachten die Energieflussvisualisierung als niederschwellige Partizipationsform nach dem Motto: „Verstehen, sich eingebunden fühlen, akzeptieren und mitgestalten!“. Konkrete Fragestellungen, die beantwortet werden sollten durch die Visualisierung, sind zum Beispiel: Wann stehen welche Energiequellen in welchem Umfang zur Verfügung? Wie passt das mit dem aktuellen Nutzerverhalten zusammen – oder eben nicht zusammen? Was bedeutet die dezentrale Energiewende für die lokale Wertschöpfung?

Wie kommt das Portal bei den Nutzern an?

Anne Haug: Bei den Stakeholdern, also Stadtwerken und Verbänden, und in der Wissenschaftscommunity sehr positiv. Bei den Nutzern vor Ort haben wir positives wie negatives Feedback bekommen. Die Wunsiedler Bevölkerung, die wir zur Visualisierung befragt haben, stellt aufgrund ihres ohnehin starken Engagements für die Energiewende und ihres großen Vorwissens leider nicht den Durchschnitt der Bevölkerung dar. Toll war, dass sich trotzdem Überraschungseffekte ergaben: Die Bürger waren erstaunt über den hohen Grad an Strom-Selbstversorgung in Schönbrunn. Obwohl die Stadtwerke in Wunsiedel schon sehr nah am Bürger sind, lohnt es sich also trotzdem, ein solches Kommunikationstool einzusetzen und über die Besonderheiten der lokalen Energieversorgung zu informieren. Die Benutzerführung auf der Plattform wurde teilweise kritisiert. Voraussichtlich werden wir diese Kritikpunkte aufnehmen und das Tool entsprechend optimieren. Wir haben auch direkte Anregungen zur Weiterentwicklung bekommen: Viele Leute wünschen sich so ein Tool auf Haushaltsebene. Die Nutzungsstatistik ist für das vergangene halbe Jahr mit mehr als 10 Nutzern pro Tag stabil und für einen 300 Haushalte-Ortsteil meiner Ansicht nach in Ordnung.

Würden Sie nach den bisherigen Erfahrungen sagen, dass sich die Menschen durch Energieflussvisualisierung  stärker an der Energiewende beteiligt fühlen?

Anne Haug: Unsere Erfahrungen und die Meinungen aus dem Forschungsprojekt tendieren in die Richtung: Viele Menschen wollen sich eher nicht an der Energiewende beteiligen oder aktiv dafür engagieren. Die Frage ist so ein bisschen, ob man sich damit zufrieden gibt. Oder sollte man zur Beteiligung motivieren? Ich glaube nicht, dass die Energieflussvisualisierung Letzteres leisten kann. Genau weiß ich es nicht, dazu haben wir keine Erhebungen gemacht, aber ich kann es mir schwer vorstellen. Ich glaube, dass die Energieflussvisualisierung jedoch leisten kann, dass die Menschen das Gefühl bekommen: Die Stadtwerke schaffen Transparenz und bemühen sich um ihre Kunden. Und in dieser Hinsicht fühlen sie sich eingebunden. Ich kann mir außerdem vorstellen, dass das Tool mehr Verständnis und Akzeptanz erzeugt für weitere Energieinfrastrukturmaßnahmen oder neue Tarifstrukturen. Aber das sind alles Vermutungen. In dieser Hinsicht bräuchten wir definitiv noch mehr Erfahrungswerte mit der Visualisierung, insbesondere in Regionen, in denen die Menschen mit dem Thema Energiewende noch nicht so vertraut sind.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Anne Haug: Die Stadtwerke in Wunsiedel werden die Energieflussvisualisierung in jedem Fall ein weiteres Jahr mit unserer Unterstützung betreiben. Wir sind außerdem dabei, das Tool weiterzuentwickeln. Es wurde so programmiert, dass es auch auf andere Settings übertragbar ist. Wir wollen die Energieflussvisualisierung auf weitere Versorgungsgebiete anpassen und sie dort einsetzen. Stadtwerke oder Kommunen, die Interesse daran haben, können sich gerne bei uns melden.

Hier geht es zur Energieflussvisualisierung

Die Vorbereitungen für das 31. PV-Symposium laufen

Unter der Schirmherrschaft von Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, findet in Bad Staffelstein vom 9. bis zum 11. März 2016 das 31. Symposium Photovoltaische Solarenergie statt. Energiewendeforscher und Vertreter der europäischen PV-Industrie werden dort gemeinsam über Solarenergie-Themen wie Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle, Netzintegration und Speichertechnologien diskutieren.

Auch das Team von KomMa-P wird sich auf dem Symposium präsentieren und unter dem Titel „Wie sieht eine Energiewende mit erhöhter gesellschaftlicher Akzeptanz aus?“ Ergebnisse aus der bundesweiten Umfrage und den Szenarienrechnungen vorstellen.

Hier gibt es das komplette Programm zum Download

31. Symposium Photovoltaische Solarenergie

9. bis 11. März 2016

Unter der Schirmherrschaft von Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, findet in Bad Staffelstein von 9. bis zum 11. März 2016 das 31. Symposium Photovoltaische Solarenergie statt. Energiewendeforscher und Vertreter der europäischen PV-Industrie diskutieren gemeinsam über Themen wie Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle, Netzintegration und Speichertechnologien.

KomMa-P wird auf dem Symposium Ergebnisse aus der bundesweiten Umfrage und den Szenarienrechnungen vorstellen.

Synthesekonferenz des Programms „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“

3. März 2016

Auf der 3. Synthese-Konferenz am 3. März 2016 in Berlin geben die Forschungsprojekte aus dem Programm „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ einen Einblick in ihre Arbeit. Auch das Team von KomMA-P wird teilnehmen und aktuelle Forschungsergebnisse vostellen und diskutieren.

35 Prozent des Stroms in Deutschland wurden 2015 aus Erneuerbaren Energien erzeugt

Das Ergebnis einer Datenanalyse zur Stromerzeugung, die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE durchführten, kann sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr wurden 35 Prozent des gesamten in Deutschland verbrauchten Stroms aus Erneuerbaren Energien gespeist. In der Summe 190 TWh produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser und Biomasse. Das sind ca. 30 TWh bzw. ca. 20% mehr als 2014. Der Großteil davon wurde durch Solar- und Windenergieanlagen produziert. Sie liegen damit auf dem zweiten Platz hinter der Braunkohle und noch vor der Steinkohle und Kernenergie.

Mehr Infos zu den Daten des Fraunhofer ISE gibt es unter /www.ise.fraunhofer.de

Die Energiewende auf Länderebene

Wo stehen die Bundesländer beim Ausbau Erneuerbarer Energien? Wer hat in Sachen Energiewende die Nase vorn? Das neue Online-Portal „Föderal Erneuerbar“ der Agentur für Erneuerbare Energie zeigt anhand zahlreicher Daten zur Förderung und Nutzung von Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie, wie weit die Energiewende auf Länderebene fortgeschritten ist. Daneben gibt es Best-Practice-Beispiele aus allen Teilen der Republik und Infografiken, Karten und Reports zum Download.

Mehr Infos unter www.foederal-erneuerbar.de