Energiefluss­visualisierung ist online

Bildquelle: © Energiewende GmbH

Es ist so weit: Über ein neues Internettool zur Energiewende können die Bewohner der bayerischen Stadt Wunsiedel ab sofort die Stromerzeugung und den Stromverbrauch in ihrer Stadt live am Computerbildschirm verfolgen.

Über welche Teilhabemöglichkeiten kann man die Verbraucher dazu bringen, die Energiewende besser zu verstehen und zu akzeptieren? Diese Frage steht im Zentrum des Forschungsprojekts »KomMA-P | Akzeptanz der Energiewende stärken«. Ein Team des Projekts, an dem das Fraunhofer ISE, die SWW Wunsiedel GmbH und die Energiewende GmbH aus Nürnberg beteiligt sind, testet ein konkretes Angebot zur Teilhabe an der Energiewende: die Energieflussvisualisierung.

Die Energieflussvisualisierung ist ein Internettool, das über eine einfache grafische Darstellung die Stromflüsse an einem ganz bestimmten Ort sichtbar macht. Testgebiet ist der Wunsiedeler Ortsteil Schönbrunn. Über das Tool können Nutzer nun rund um die Uhr verfolgen, wann in Schönbrunn wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird. Auch für ganz Wunsiedel sind die Stromflüsse abrufbar. Besonders spannend: Die Energieflussvisualisierung zeigt genau an, ob es gerade einen Überschuss an erzeugtem Strom in Schönbrunn gibt, der dann an andere Ortsteile in Wunsiedel weiterverteilt wird, oder ob Schönbrunn zusätzlich Strom von außen beziehen muss, um die eigene Versorgung zu sichern.

Die Visualisierung soll die Endverbraucher unter anderem dafür sensibilisieren, dass erneuerbare Energien nicht immer gleichermaßen verfügbar sind. „Wir versuchen, die lokale Energieerzeugung und den lokalen Energieverbrauch zu visualisieren, damit es für die Bewohner transparent wird, wie ihre Stromverbräuche in Relation zur lokalen Stromerzeugung stehen, wie viel überregionalen Strom sie verwenden müssen und wie hoch der Anteil an ökologischem Strom an ihrem Verbrauch ist“, erklärt Jörg Brinkmann, Geschäftsführer der Energiewende GmbH.

Gleichzeitig wird durch die Energieflussvisualisierung sichtbar, dass lokale Energieerzeugung und der Verbrauch direkt vor Ort auch lokale Wertschöpfung bedeutet: Die Einnahmen für den lokal erzeugten Strom fließen in die Brennstoffbereitstellung oder werden in neue Anlagen für die Stromerzeugung investiert und nicht an überregionale Energieversorger weitergegeben.

Um herauszufinden, wie das Internettool bei den Bürgern ankommt, führen die SWW Wunsiedel GmbH und das Fraunhofer ISE im Frühjahr 2015 eine Umfrage in der Wunsiedeler Bevölkerung durch. „Die Idee ist zu schauen, ob die Leute die Energieflussvisualisierung im Internet besuchen und sich dadurch tatsächlich an der Energiewende beteiligt sehen“, beschreibt Sebastian Gölz vom Fraunhofer ISE und Leiter des Projekts KomMA-P das Ziel der Befragung. Die Ergebnisse werden von den Projektbeteiligten schon mit Spannung erwartet.

 

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